PrimärVersorgung in Zeiten einer Pandemie

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Der 5. Österreichische Primärversorgungskongress 2020 fand am 19. September 2020 virtuell statt.

Das Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung der Medizinischen Universität Graz machte als Veranstalter des mittlerweile renommierten Primärversorgungskongresses unter der Leitung von Dr. Stefan Korsatko aus der Not, wie man einen Kongress in Zeiten einer Pandemie veranstalten kann, eine hervorragende digitale Tugend. Man verlegte sich also auf technisch und inhaltlich gut aufbereitete Keynotes, Sessions und Webinare ins Internet.


Keynotes als Publikumsmagnete
Für die Keynotes konnten spannende Vortragende gewonnen werden, wobei insbesondere Dr. Martin Sprenger hervorzuheben ist. Als Allgemeinmediziner und Wissenschaftlicher Koordinator des Österreichischen Forums für Primärversorgung und Leiter des Public Health Lehrgangs an der Medizinischen Universität Graz ist er tief in der Materie verankert. Zudem hat er durch seine Beratertätigkeit für die Bundesregierung in der COVID-Krise breite Bekanntheit erlangt. Sein fundierter Vortrag präsentierte die Zahlen, Daten und Fakten der Pandemie aus erster Hand und bot einen guten Überblick und einen Ausblick auf den Herbst und Winter. Die Live-Zuseherzahlen lagen deutlich über der üblichen Besucherzahl und der über YouTube im Internet abrufbare Vortrag hält bereits bei mehr als 650 Klicks.
In der zweiten Keynote von Jan de Maesseneer (Genth University) und Maria van den Muijsenbergh (Radboud University) erfolgte die direkte Verknüpfung der Erkenntnisse der Corona-Pandemie mit der Primärversorgung. Mit dem Appell, das Pferd nicht hinter den Wagen zu spannen, erfolgte der Aufruf, dass Investitionen in das Gesundheitswesen auch Investitionen in das Gesundheitspersonal bedeuten müssen.
Beide Keynotes sind unter folgendem Link abrufbar: www.pv-kongress.at/kongress-2020/keynotes/


4 Webinare und eine Podiumsdiskussion
Mit den Webinaren wurden vier profunde, jeweils über eine Stunde dauernde Informationsveranstaltungen zu speziellen Themen angeboten. Mit der Podiumsdiskussion, an der auch die Steirische Landesrätin Juliane Bogner-Strauß teilnahm, gelang es, das Thema auch über den rein fachlichen Zugang hinaus zu beleuchten und politische Aspekte zu berücksichtigen. Auch hier gibt es die Nachlese:
https://www.pv-kongress.at/kongress-2020/webinare/

Sessions als aufgesplittete Kurzbeiträge aus allen Bereichen der Primärversorgung
Ein Pool an Kurzvideos, Videobotschaften oder Kurzvorträgen unter dem Begriff Sessions stellt ein optimales Nachschlagewerk und Suchoption dar. Hier wurden unter 10 Sammelbegriffen von Sozialversicherung bis Therapie, von Apotheke bis Pflege jedes mittel- oder unmittelbare Thema abgehandelt. Dies sollte nach der Intention der Veranstalter ein Ersatz für die Side-Expo sein, die den Kongress bisher immer merklich belebt hatte. Diese wertvolle Sammlung an Beiträgen zu viele Themen und benachbarten Disziplinen ist weiterhin abrufbar: www.pv-kongress.at/kongress-2020/sessions/

Schlussbilanz
Kann ein Web-Event einen Kongress ersetzen, kann man so das Gleiche bieten? Trotz der schwierigen Umstände, haben die Organisatoren es geschafft, die Wissens- und Informationsvermittlung als essentielles Element des Kongresses zu bewahren. Darüber hinaus sind die Beiträge auch längerfristig online unter www.pv-kongress.at/kongress-2020 verfügbar und tragen so zu einer nachhaltigen Wirkung des Kongresses bei. Was natürlich fehlt und fehlte ist der persönliche Kontakt, das Wiedersehen, Kennenlernen, sich gegenseitig ansprechen und aussprechen. Den Veranstaltern sei auf jeden Fall gratuliert und gedankt! Der Kongress hat sich nicht von einem Virus an der Verfolgung seiner/unserer Interessen im Thema Primärversorgung hindern lassen.