100 Millionen Euro für Ausbau der Primärversorgung gesichert

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Bild (von links nach rechts): MR Dr. Wolfgang Hockl (PVE Enns), Dr. Silke Eichner (PVE Enns), HBM Dr. Wolfgang Mückstein

 

Gesundheitsversorgung nahe am Wohnort mit voller Kraft vorantreiben

100 Millionen Euro erhält Österreich aus dem Aufbaufonds der EU-Kommission (Recovery and Resilience Facility – RRF) zur Attraktivierung und Förderung der Primärversorgung. „Diese Mittel sollen dafür verwendet werden, die Gesundheitsversorgung nahe am Wohnort gezielt und nachhaltig zu stärken und innovative Versorgungsmodelle zu fördern“, betont Gesundheits- und Sozialminister Dr. Wolfgang Mückstein, der selbst als einer der Pioniere auf diesem Gebiet in Österreich gilt. Ziel sei es, durch eine Verdoppelung der Primärversorgungseinheiten bis Ende 2026 (die Projektlaufzeit ist von 2021 bis 2026 vorgesehen) dem vor allem in ländlichen Regionen vorherrschenden Hausärztemangel gegenzusteuern.

 

One-Stop-Shop für Patient:innen

Die Primärversorgung ist die erste Anlaufstelle im Gesundheitssystem. Sie soll eine kontinuierliche, wohnortnahe Betreuung sichern und die Spitalsambulanzen entlasten. In Österreich erfüllen derzeit in erster Linie die Hausärzt:innen diese Aufgaben. Mit innovativen Modellen, wie Primärversorgungszentren und -netzwerken, sollen die medizinische, präventive und therapeutische Versorgung der Bevölkerung weiter ausgebaut und verbessert werden. Durch die Zusammenarbeit von Allgemeinmediziner:innen sind längere, patient:innenfreundliche Öffnungszeiten möglich. Ein interprofessionelles Team, das aus Ärzt:innen, Pflegepersonen, (Psycho-)Therapeut:innen, Ordinationsassistent:innen und vielfach auch Sozialarbeiter:innen oder Ernährungsberater:innen besteht, bietet ein umfassendes Angebot, das neben der Krankenbehandlung vor allem auch die Förderung der Gesundheit und soziale Faktoren im Fokus hat. „Eine Primärversorgungseinheit ist ein ‚One-Stop-Shop‘ für Patientinnen und Patienten, der von der Vorbeugung über die Behandlung bis hin zur Nachsorge sämtliche Leistungen ohne großen Organisationsauwand für die betroffenen Menschen anbietet“, erklärt Mückstein.

„Die zusätzlichen Mittel aus dem EU-Aufbaufonds ermöglichen es nun, unsere Pläne zur Stärkung der Primärversorgung mit voller Kraft voranzutreiben“, betont der Gesundheitsminister. Gefördert werden sollen konkrete Maßnahmen zur Attraktivierung der Allgemeinmedizin sowie der gesamten Primärversorgung, vor allem auch im ländlichen Raum. Dazu zählen neben der flächendeckenden Ausrollung von Primärversorgungszentren und -netzwerken unter anderem der Ausbau der digitalen Infrastruktur sowie die Steigerung der Energieeffizienz in den Praxen. Speziell gefördert werden sollen auch die Vernetzung der unterschiedlichen Gesundheits- und Sozialberufe sowie die Angebote zur Fort- und Weiterbildung der interprofessionellen Teams, soziale Innovationen und Maßnahmen der Inklusion.

Für Stakeholder werden seitens des Gesundheitsministeriums dazu in Kürze niederschwellige Informationsveranstaltungen und -maßnahmen starten, so der Gesundheitsminister abschließend.

 

Auftaktbesuche in PVE

Zum Auftakt des Projekts besucht Gesundheits- und Sozialminister Dr. Wolfgang Mückstein Primärversorgungseinheiten in Ober- und Niederösterreich, um sich mit den Mitarbeiter:innen vor Ort auszutauschen und Anregungen für die Weiterentwicklung der Primärversorgung einzuholen. Bisherige Stationen waren unter anderem das PVZ Enns (Photo) und das PVZ St. Pölten.

Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie auf https://primaerversorgung.gv.at/.