Handbuch für Primär-Versorgungs-Einheiten

Eine Gruppenpraxis muss gem. § 52a Abs 1 ÄrzteG in der Rechtsform einer OG oder einer GmbH betrieben werden.

Sowohl die PVE-Gruppenpraxis OG als auch die PVE-Gruppenpraxis GmbH sind als Unternehmerinnen/Unternehmer iSd.  UStG zu qualifizieren. Der Leistungsaustausch findet zwischen den Sozialversicherungsträgern und der PVE-Gruppenpraxis statt.

Die ärztlichen Leistungen werden aus umsatzsteuerlicher Sicht von der jeweiligen Gesellschaft (OG bzw. GmbH) und nicht von den daran beteiligten Ärztinnen/Ärzten (A, B, C, D, E) gegenüber den Sozialversicherungsträgern erbracht. Die Ärztin/der Arzt nimmt folglich nicht am umsatzsteuerlichen Leistungsaustausch teil.

Die Steuerbefreiung des § 6 Abs 1 Z 19 UStG gilt auch für Gruppenpraxen (Rechtsformneutralität der Steuerbefreiung). Folglich fallen sowohl die PVE-Gruppenpraxis OG als auch die PVE-Gruppenpraxis GmbH hinsichtlich der Umsätze aus Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin unter den Befreiungstatbestand des § 6 Abs 1 Z 19 UStG. Werden seitens einer Gruppenpraxis auch nicht steuerbefreite Umsätze ausgeführt, so unterliegen diese – soweit nicht die Kleinunternehmerregelung anwendbar ist – der Umsatzsteuer. Die in den verteifenden Informationen unter Detailinformation Umsatzsteuerliche Aspekte von Primärversorgungseinheiten beschriebenen umsatzsteuerlichen Aspekte grenzüberschreitender Lieferungen und Leistungen gelten analog.

Besonderheiten der PVE-Gruppenpraxis OG

Wird die PVE als Gruppenpraxis in der Rechtsform einer OG geführt, ergeben sich keine umsatzsteuerlichen Besonderheiten. Da die PVE-Gruppenpraxis OG als Unternehmer iSd.  UStG gilt, sind die Ausführungen gemäß Detailinformation Umsatzsteuerliche Aspekte von Primärversorgungseinheiten für die OG entsprechend anzuwenden. Leistungen einer Ärztin/eines Arztes an die PVE-Gruppenpraxis OG, die in deren/dessen Gesellschafterstellung begründet liegen, sind umsatzsteuerlich unbeachtlich.

Besonderheiten der PVE-Gruppenpraxis GmbH

Auch eine PVE-Gruppenpraxis in der Rechtsform einer GmbH ist als Unternehmen iSd.  UStG zu qualifizieren. Die allgemeinen, rechtsformneutralen Ausführungen zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Ärztinnen/Ärzten sind in den Detailinformation Umsatzsteuerliche Aspekte von Primärversorgungseinheiten beschrieben. Zusätzlich sind bei einer PVE-Gruppenpraxis GmbH folgende umsatzsteuerliche Besonderheiten zu beachten:

Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten (Ist-Besteuerung)

In der Umsatzsteuer ist für eine PVE-Gruppenpraxis GmbH die Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten (Ist-Besteuerung) vorgesehen, da diese als berufsrechtlich zugelassene Gesellschaft Leistungen erbringt, die der freiberuflichen Tätigkeit iSd.  § 22 EStG entsprechen.

Bezüge eines Gesellschafter-Geschäftsführers

Aus Vereinfachungsgründen kann ein Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH hinsichtlich dieser Tätigkeit als Nichtunternehmerin/Nichtunternehmer behandelt werden. Die Bezüge einer Ärztin/eines Arztes, die/der Gesellschafter-Geschäftsführer einer PVE-Gruppenpraxis GmbH ist, bleiben aus umsatzsteuerlicher Sicht bei Anwendung der Verwaltungsvereinfachung somit unbeachtlich.