Handbuch für Primär-Versorgungs-Einheiten

Eine Realteilung ist der einem Zusammenschluss entgegengesetzte Umgründungsvorgang. Dabei wird qualifiziertes Vermögen einer Personengesellschaft – bei Ärztinnen/Ärzten einer OG – auf ihre Gesellschafterinnen/Gesellschafter übertragen. Dies kann ebenfalls steuerneutral erfolgen, wenn folgende Anwendungsvoraussetzungen eingehalten werden:

  • eine Personengesellschaft überträgt
  • begünstigtes Vermögen (Betriebe, Teilbetriebe oder Mitunternehmeranteile)
  • mit einem positiven Verkehrswert
  • auf Grund eines Teilungsvertrages
  • zum Ausgleich untergehender Gesellschaftsanteile
  • ohne oder ohne wesentliche Ausgleichszahlungen
  • auf Nachfolgeunternehmerinnen/ Nachfolgeunternehmer, denen das Vermögen ganz oder teilweise zuzurechnen war.

Eine Realteilung ist steuerneutral – dh.  zu Buchwerten – durchführbar. Dazu muss aber ein Betrieb bzw. Teilbetrieb gegeben sein, was bei einer dislozierten Gruppenpraxis bzw. im PVE-Netzwerk vorstellbar ist. Bei einem PVE an einem Standort ist uE. die Teilbetriebseigenschaft nicht darstellbar. Falls eine Realteilung nicht möglich ist, kommt es zur Realisierung der stillen Reserven, da die ausscheidende Ärztin/der ausscheidende Arzt abzufinden ist, eben dann in Geld und nicht in Form einer weiterzuführenden Praxis.