Handbuch für Primär-Versorgungs-Einheiten

Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)

Der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) ist eine Förderinitiative der Europäischen Union, um die Entwicklung des ländlichen Raums zu befördern. Der Schwerpunkt der Förderungen lag bisher vor allem auf dem Bereich der Land- und Forstwirtschaft. In der aktuellen Förderperiode (2014-2020) werden nun darüberhinausgehende Ziele verfolgt, weshalb einige Förderbereiche hinzugekommen sind. So werden erstmals auch „Soziale Angelegenheiten“ gefördert. Das Volumen der Förderung beträgt österreichweit derzeit 235,4 Millionen Euro, wobei davon rund 20 Millionen Euro für den Bereich Gesundheit (Primärversorgung) zur Verfügung stehen und nationale Co-Förderungen durch die Bundesländer bereits eingerechnet sind.

Mit den geförderten Innovationen soll die lokale Beschäftigungssituation verbessert werden, wodurch der Abwanderung aus dem ländlichen Raum Einhalt geboten werden soll. Das Mindestfördervolumen beträgt 50.000 Euro, abrechenbar sind bis zu 100 % der tatsächlich getätigten Kosten. Die Auswahl der Projekte erfolgt entweder geblockt oder mittels Aufruf der Bundesländer. Während beim geblockten Verfahren mindestens zweimalige Auswahlverfahren über die gesamte Förderperiode verteilt vorgesehen sind, können die Bundesländer durch zusätzliche Aufrufe zur Projektvorlage besonders dringliche Themen besonders fördern. Die Stichtage bzw. Aufrufe der Bundesländer werden veröffentlicht und finden sich unter anderem unter untenstehendem Link: https://www.bmnt.gv.at/land/laendl_entwicklung/foerderinfo/bewilligende_stellen/bst.html

Voraussetzungen sind hierbei, dass es sich um junge innovative Kleinunternehmen im ländlichen Raum handelt. Dies bedeutet, dass die Unternehmen seit weniger als 5 Jahren bestehen und mit einer innovativen Idee hinsichtlich des geförderten Bereiches auftreten. Die Entscheidung über die Vergabe der Fördermittel erfolgt anhand eines bundesweit festgelegten transparenten und objektiven Bewertungsschemas. Die Agrarmarkt Austria (AMA) übernimmt den administrativen Aufwand im Zusammenhang mit der Ausbezahlung der zugesicherten Förderungen. Es wurden bereits einige Aufrufe von Bundesländern gestartet, wodurch unter anderem das PHC – Primary Health Care in Enns (OÖ) gefördert werden konnte. Ein dazu weiterführender Link: https://www.sozialministerium.at/cms/site/attachments/1/4/5/CH3973/CMS1498806970314/eler_fact_sheet.pdf

Kurzleitfaden für die Umsetzung von Projekten im Gesundheitsbereich mit ELER-Mitteln 2014–2020