Handbuch für Primär-Versorgungs-Einheiten

Für die Honorierung der Arbeitsleistung aber auch des eingesetzten Vermögens können in einer PVE-Gesellschaft nachfolgende Varianten unter Beachtung der Spezifika der angewendeten Rechtsformen angedacht werden:

Partizipation zu gleichen Teilen (A)

Jede PVE-Gesellschafterin/jeder PVE-Gesellschafter erhält den gleichen Anteil des zu verteilenden Gewinns. Mehr- oder Minderleistungen im Arbeitseinsatz wirken sich nicht auf den Gewinnanteil aus. Diese Variante kann gewählt werden, wenn von den Gesellschafterinnen/Gesellschaftern angestrebt wird, dass auch im Fall eines unerwarteten Arbeitsausfalls einer Gesellschafterin/eines Gesellschafters (beispielsweise im Krankheitsfall), weiterhin ein gesichertes Einkommen für diesen bestehen soll. Das System kann somit als eine Art wechselseitige Versicherung verstanden werden, dessen Voraussetzung ein hohes gegenseitiges Vertrauen und die Bereitschaft äquivalente Arbeitsleistung zu erbringen ist.

Für die Umsetzung ist idR. eine gleich hohe Kapitaleinlage, welche zu gleichen Beteiligungsverhältnissen zwischen den Gesellschafterinnen/Gesellschaftern führt, Voraussetzung.

Partizipation im Verhältnis des Beteiligungsausmaßes (B)

In diesem System wird, wie grundsätzlich in Gesellschaften üblich, das Beteiligungsausmaß für die Verteilung des Gewinns herangezogen. Jede Gesellschafterin/jeder Gesellschafter partizipiert am Erfolg im Verhältnis zu ihrem/seinem eingesetzten Kapital. Aus steuerlicher Sicht ist dieses System zwar leicht umzusetzen, bedingt aber, dass Gesellschafterinnen/Gesellschaftern mit niedriger Kapitalbeteiligung nicht die Möglichkeit gegeben wird, ihr Einkommen mit einem höheren Arbeitseinsatz zu steigern.

Partizipation auf Grundlage der erbrachten Arbeitsleistung (C)

Es ist möglich, die Partizipation am Gesellschaftserfolg (fast) ausschließlich auf Basis der erbrachten Arbeitsleistung der einzelnen Gesellschafterin/des einzelnen Gesellschafters zu bemessen. Dabei sind Werte zur Quantifizierung der Leistung (z.B. Fallzahlen, Öffnungszeiten, Bereitschaftszeiten, Nachtdienste etc.) festzulegen.

Partizipation auf Grundlage der erbrachten Arbeitsleistung unter Berücksichtigung der Beteiligungsverhältnisse (D)

Diese Variante kombiniert in der Gewinnverteilung die beiden letztgenannten Partizipationsmodelle (B+C). In der Umsetzung ist zu bestimmen, in welchem Verhältnis der Kapitaleinsatz zur Arbeitsleistung stehen soll. Zusätzlich müssen Werte zur Quantifizierung der Leistung (z.B. Fallzahlen, Öffnungszeiten, Bereitschaftszeiten, Nachtdienste etc.) vereinbart werden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass Pauschalbeträge für die Übernahme von außerordentlichen Verwaltungstätigkeiten (z.B. kaufmännische Geschäftsführung, Personalmanagement, Rechnungswesen, IT-Administration etc.) festgelegt werden.