Handbuch für Primär-Versorgungs-Einheiten

Nach dieser Empfehlung der Ärztekammer Wien errechnet sich der Unternehmenswert aus einem Prozentsatz vom historischen Jahresumsatz des Durchschnitts der letzten 3 Jahre zuzüglich Inventar zum Bewertungsstichtag. Je nach Einzel- oder Gruppenpraxis spricht die Empfehlung von einem Prozentsatz zwischen 30 % bis 50 % des Jahresumsatzes vor Berücksichtigung des sonstigen zu übernehmenden Vermögens. Dieser Prozentsatz ist in Abhängigkeit von der zu erwartenden Rentabilität der Praxis zu wählen und individuell auf die Situation abzustimmen.

Bei der zusätzlichen Anrechnung des zu übernehmenden Inventars ist theoretisch von einem Verkehrswert der Vermögensgegenstände und nicht vom Buchwert lt. Finanzbuchhaltung auszugehen. Aus Praktikabilitätsüberlegungen kann es sich jedoch ergeben, diese Werte aus dem Anlagenverzeichnis der Praxis vereinfachend der Berechnung zu Grunde zu legen. Nach unserer Beurteilung wären sonstige zu übernehmende Vermögensgegenstände (z.B. Forderungen) insbesondere auch Verpflichtungen und Belastungen (z.B. Verbindlichkeiten oder Prozessrisiken) gesondert im Unternehmenswert zu berücksichtigen.