Handbuch für Primär-Versorgungs-Einheiten

Netzwerk

Grundlagen, Begriffe

Um die einzelnen Geräte miteinander zu verbinden und damit Daten gemeinsam nutzen zu können, ist der Aufbau eines Netzwerkes notwendig. Dabei werden – vereinfacht dargestellt – unterschieden:

  • LAN (local area network)
    Es wird eine Vernetzung innerhalb eines Standortes mithilfe einer Netzwerkkabel-Infrastruktur hergestellt.
  • WLAN (wireless local area network)
    Die Vernetzung erfolgt mithilfe einer Funktechnik, die in einem beschränkten lokalen Umfeld funktioniert.
  • WAN (wide area network)
    Die Vernetzung über einen Standort hinaus, die populärste Anwendung ist das Internet.

In den aktuellen Netzwerken wird fast ausschließlich das Netzwerkprotokoll „TCP/IP“ verwendet. Dabei werden die Datenströme in Datenpakete unterteilt, die unabhängig voneinander auf verschiedenen Wegen ihr Ziel erreichen können. Damit wird eine gewisse Robustheit und Flexibilität im Netzwerkverkehr erreicht.

Im Folgenden werden die einzelnen Komponenten eines Netzwerkes dargestellt und eine typische Konfiguration in einer Ordination erklärt.

Switch

Ein Switch - auch Netzwerkweiche oder Verteiler genannt – fungiert als Verteilerelement in einer Netzwerkstruktur. Er kann einzelne Teilnehmer oder ganze Netzwerke miteinander verbinden. Ein Switch lernt mit der Zeit das angeschlossene Netzwerk kennen und trifft eine Weiterleitungsentscheidung anhand der selbsttätig gelernten Hardware-Adressen der angeschlossenen Geräte[2].

Router

Router sind Netzwerkgeräte, die Netzwerkpakete zwischen mehreren Rechnernetzen weiterleiten können. Sie werden am häufigsten zur Internetanbindung oder zur sicheren Kopplung mehrerer Standorte (Virtual Private Network) eingesetzt. [3] Sie sehen ähnlich wie Switche aus, haben allerdings eine Buchse mit „WAN“ Bezeichnung und möglicherweise Antennen für ein WLAN-Netzwerk.

Netzwerkverkabelung

In aktuellen Netzwerken wird die Verkabelung – soferne Kupferkabel verwendet werden – mit „Patchkabeln“ durchgeführt. Die Kabel sind meist vorkonfektioniert und sollen eine bestimmte Kabelgüte (mindestens CAT5, besser CAT6) aufweisen.

Lichtwellenleiter werden zum Anschluss an Glasfaserkabeln oder für sehr hohe Netzwerkleistungen eingesetzt.

Internetanbindung

Für die Anbindung von einzelnen Rechnern sowie für die Anbindung von Netzwerken werden Router verwendet.

Ein Beispiel:

e-card System

Das e-card-System bindet die IT-Infrastruktur der Ordination an die Systeme des Hauptverbandes und des „Peering-Points“ an. Damit können verpflichtende und freiwillige Dienste in Anspruch genommen werden.

Dieses System wurde vom „Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger“ errichtet und wird auch von diesem betrieben. Als ausführendes Unternehmen wurde zu diesem Zweck die Sozialversicherungs-Chipkarten Betriebs- und Erichtungs-GmbH (SVC) gegründet.

Nähere Informationen sind unter https://www.svc.co.at und http://www.chipkarte.at verfügbar.

Eine schematische Übersicht:

Im Anschluss werden die wichtigsten Komponenten dargestellt. Die optische Erscheinung kann je nach Ausstattungszeitpunkt der Ordination leicht differieren.

GINA

Die GINA (Gesundheits-Informations-Netz-Adapter) oder „GINA Box“ ist die Hardware, auf der die verfügbaren Software-Anwendungen (z.B. e-card-Applikation) für den Standort (Ordination, Apotheke, Krankenanstalt, Institut, etc.) installiert sind. Sie brauchen die GINA sowie eine e-card-Applikation, um mit dem e-card-Server kommunizieren zu können.

Eine e-card-Applikation ist typischerweise die Arztsoftware in der Ordination. Falls diese nicht fähig ist, mit dem e-card-System zu kommunizieren, kann mittels eines Browsers die e-card-Applikation auf der GINA selbst benutzt werden.

Die GINA ist ein Minicomputer, der (fast) ausschließlich über das Netzwerk angesprochen wird.

Für einen störungsfreien Betrieb ist es wichtig, die GINA permanent am Strom und am Netzwerk zu belassen, nur so können die Updates der SVC auch zeitgerecht eingespielt werden.

e-card Router

Der e-card-Router (GIN-Zugangsnetz-Router) verbindet das lokale Netzwerk mit dem GIN (GesundheitsInformationsNetz). Er wird von einem „e-card-Provider“ installiert und konfiguriert. Wie bei der GINA ist es auch hier wichtig, den Router permanent am Strom und am Netzwerk zu belassen.

Kartenleser

Sie können ein oder mehrere Kartenleser mit der GINA verwenden. Ein Kartenleser kann – genauso wie die GINA - von mehreren Arbeitsplätzen verwendet werden.

Der Kartenleser ist am lokalen Netzwerk angeschlossen, sie müssen damit die Admin-Karte und die e-cards der Patientinnen/Patienten einlesen.

e-card und Admin-Karte

Die e-card ist die Schlüsselkarte („key-card“) der Patientin/des Patienten, welche sie/er Ihnen (dem Vertragspartner) bei jeder Konsultation übergibt.

Sie bekommen mit diesem „Schlüssel“ Zugriff auf die Anspruchsdaten. Weiters dient sie als Nachweis gegenüber der Sozialversicherung, dass die/der Versicherte (bzw. Anspruchsberechtigte) an Ihrem Standort anwesend war, um eine Gesundheitsdienstleistung in Anspruch zu nehmen.

Die e-card dient gleichzeitig als Anwesenheits- bzw. Identitätsnachweis für die elektronische Gesundheitsakte ELGA.

Die Rückseite der e-card dient als Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK).

Beachten Sie: Die e-card ist kein Ausweisdokument (wie z.B. Personalausweis, Führerschein, Reisepass)!

Die „Admin-Karte“ dient gemeinsam mit einer PIN dazu, Sie gegenüber dem e-card-System als Vertragspartner der Sozialversicherung zu identifizieren.

Sie können zusätzlich die Admin-Karte dann benutzen, falls der Patient seine e-card vergessen hat. Dies gilt für die Anspruchsberechtigung im Sozialversicherungssystem, nicht aber für ELGA, dort muss die Patientin/der Patient jedenfalls seine e-card mitführen.

Jede Ordination wird mit zwei Admin-Karten ausgestattet. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie immer einen funktionsfähigen Ersatz der Admin-Karte haben! Sollten beide Admin-Karten defekt sein (oder in Verlust geraten), ist die Benutzung des e-card-Systems in der Ordination nicht möglich!

GIN – GesundheitsInformationsNetz

Ein Teil der e-card-Infrastruktur ist das GIN (GesundheitsInformationsNetz). Bei diesem Netz handelt es sich um eine sogenannte „Closed User Group“, in der sich ausschließlich die Teilnehmer des GIN befinden. Dieses Netz ist somit von allen anderen Netzen, wie dem Internet, komplett getrennt.

Das GIN kann als medizinisches Hochsicherheitsnetz betrachtet werden, für den Betrieb gelten verschärfte Sicherheits- und Verfügbarkeitsvorschriften. Es erfüllt auch die gesetzlichen Vorgaben an sichere medizinische Netze.

Über das GIN können von der Ordination aus zwei Endpunkte angesprochen werden:

  • e-card-Server der SV
    Über diese Server werden die (meist verpflichtenden) Dienste für die Patientenadministration abgewickelt.
  • Peering-Point
    Über dieses Rechenzentrum werden die sog. „Mehrwertdienste“ angeboten. Diese sind freiwillige Dienste, die gegen Bezahlung gewisse Services anbieten.

Genauere Details zu den Diensten folgen im Anschluss.

Die ELGA-Daten werden üblicherweise ebenfalls über das GIN geführt.

e-card-Provider

Für die Errichtung der e-card-Infrastruktur in einer Ordination und den Betrieb des GIN-Zugangsnetzes wurden vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger mit folgenden Telekommunikations-Providern Rahmenverträge abgeschlossen:

  • A1 Telekom Austria AG
  • Hutchison Drei Austria GmbH (vormals Tele2)
  • UPC Business Austria GmbH

Für jede Ordination muss ein Vertrag mit einem der drei Provider abgeschlossen werden. Dieser ist in Folge auch für die Entstörung und Problembehebung zuständig.

Anbindung einer Ordination an das e-card-System

Eine schematische Darstellung einer Netzwerkanbindung an das GIN finden Sie weiter oben auf der Seite.

Eine genauere Netzwerkerklärung:

Die Datenströme können entweder im e-card-Rechenzentrum enden (für die ASVG-Dienste) oder aber im „Peering-Point“ (dort werden die „Mehrwertdienste“ angeboten“.

Die Unterscheidung wird im GINA-Router getroffen, Auslöser ist die Anforderung der jeweiligen Software.

Die Gesamtbandbreite des e-card-Anschlusses beträgt mindestens 2 Mbit/s (1536 Kbit/s Download, 512 kBit/s Upload). Jeder e-card-Provider bietet gegen Aufpreis höhere Bandbreiten an.

Für die ASVG-Dienste und ELGA (zumindest ohne Bilder) ist die Mindestbandbreite aus heutiger Sicht ausreichend.

Bei Störungen ist primär die „Vertragspartner e-card-Hotline“ zu kontaktieren (Telefonnummer auf der Rückseite der Admin-Karte). Diese kann selbst viele technische Abklärungen durchführen und entweder das Problem schon lösen oder soweit eingrenzen, um den richtigen Dienstleister (e-card-Provider, Softwarehersteller, Netzwerkbetreuer) anzusprechen.

Wichtige Dienste im e-card System

Die meisten Dienste können auf 2 Arten angesprochen werden:

  • Über eine Datenschnittstelle aus der Arztsoftware
  • Über eine Weboberfläche von einem Browser aus


Damit ist für die Nutzung der jeweiligen Dienste eine Wahlfreiheit in der Ordination gegeben.

Folgende Übersicht stellt die wichtigsten Dienste dar, die über das e-card-System angeboten werden:

  • Konsultationsverwaltung KONV/KSE
    Es wird der Leistungsanspruch einer Patientin/eines Patienten festgestellt und der Besuch in der Ordination vermerkt. Dies stellt auch die Grundlage für den Zugriff auf ELGA dar.
  • Versichertendatenabfrageservice VDAS
    Die versicherungsrelevanten Daten (u. a. Versicherungsträger, Versicherungsstatus, Rezeptgebührenbefreiung) der Patientin/des Patienten können abgefragt werden.
  • Arzneimittelbewilligungsservice ABS
    Die Bewilligung von chefarztpflichtigen Arzneispezialitäten kann online beantragt werden.
  • elektronisches Arbeitsunfähigkeitsmeldungsservice eAUM
    Die elektronische Erfassung der Arbeits(un)fähigkeitsmeldung, die Übertragung an die Sozialversicherung und ein österreichweit einheitliches Formular, welches für die Patientinnen/Patienten ausgedruckt wird.
  • elektronisches Kommunikationsservice eKOS
    Innerhalb von eKOS werden Dienste wie e-Zuweisung, e-Überweisung, e-Verordnung abgewickelt.
  • Brustkrebs-Früherkennung BKF
    Die Abwicklung des Brustkrebsfrüherkennungs-Programms kann über das e-card-System erfolgen.
  • Therapie Aktiv Verwaltung / Disease Management Program TAV/DMP
    Therapie Aktiv-Ärzte/-Ärztinnen haben die Möglichkeit, ihre Patientinnen/Patienten zu administrieren.
  • Internet (freiwillig)
    Anbindung an das Internet, Schutz durch ein hochwertiges Firewallsystem.
    Sie können den Internetzugriff aus der Ordination realisieren, ohne weitere Leitungen oder Anschlüsse zu benötigen. Dieser Internetzugang wird seitens der ÖÄK aus sicherheitstechnischen Überlegungen empfohlen.
  • Befundübertragungssysteme
    Diese dienen zur – datenschutzkonformen – Übertragung von Befunden „von Arzt zu Arzt“.
    Man spricht dabei von „gerichteter Datenübermittlung“, da der Empfänger jeweils bekannt ist.
    Die „ungerichtete Datenbereitstellung“ kennt die zukünftige Empfängerin/den zukünftigen Empfänger nicht (z.B. bei ELGA).
  • Wartezimmer TV etc.

Public Health – Meldewesen

Unter www.gesundheit.gv.at erhalten Ärztinnen/Ärzte wie auch deren IT-Betreiber nähere Informationen über das Gesundheitsberuferegister (GBR), IT-Services und vieles mehr.

IT-Services

IT-Services sind ein wichtiger Bestandteil im Gesundheitswesen und werden unter anderem für die Übersetzung der Medizinischen Terminologien mithilfe eines Terminologieservers oder zur Bereitstellung von Implementierungsleitfäden genutzt.

Nähere Informationen sind unter https://www.gesundheit.gv.at/gesundheitssystem/professional/it-services/inhalt verfügbar.

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG)

Das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) stellt u.a. Online-Services und Formulare zu Meldeverpflichtungen zur Verfügung:

Weitere Information zum Meldewesen sind unter https://www.basg.gv.at/ verfügbar.

Informationen zu Vertriebseinschränkungen sind unter https://medicineshortage.basg.gv.at/ zu finden.

Information zu allen in Österreich zugelassenen Arzneispezialitäten inklusive der aktuellen Fachinformationen finden sich unter https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/.

Wichtige Anwendungsfälle (use cases) im Alltag einer Ordination

In diesem Kapitel werden häufig wiederkehrende Anwendungsfälle und deren Umsetzung in einer Arztsoftware generisch beschrieben.

Eine abweichende Darstellung von einer konkreten, Ihnen bekannten Arztsoftware ist unvermeidbar.

Behandlung eines Patienten inkl. e-card Versicherungsprüfung und Kontaktbestätigung

Legt die Patientin/der Patient seine e-card vor, wird diese in den Kartenleser gesteckt. Durch eine manuelle oder automatische Auslösung in der Arztsoftware werden die Kartendaten eingelesen und an die GINA-Box übertragen. Diese prüft den Versicherungsstatus, erhebt zusätzliche relevante Daten und meldet die Ergebnisse an die Arztsoftware zurück.

Nach Festlegung der Kontaktart („Normale“ Anwesenheit, Vertretung, Erste Hilfe, Gesundenuntersuchung etc.) wird eine „Konsultation“ gebucht. Damit ist eine Kontaktbestätigung ausgestellt, die

  1. als Grundlage für die Abrechnung der getätigten Leistungen der Ordination mit der Sozialversicherung und
  2. als „technischer Kontakt“ und somit als Voraussetzung für einen ELGA-Zugriff

dient.

Falls der Patient keine e-card vorlegt, kann für den Punkt 1 auch die Admin-Karte ersatzweise herangezogen werden. Für den ELGA-Zugriff ist jedoch die physische Vorlage der e-card unbedingte Voraussetzung!

Sollte die GINA – durch eine Leitungsunterbrechung – nicht mit dem zentralen e-card-System verbunden sein, wird diese automatisch in den „Offline Modus“ geschaltet. Die Kartensteckungen sowie die dadurch bedingten Aktionen können wie gewohnt durchgeführt werden, bei wiederhergestellter Verbindung werden die Daten an die Sozialversicherung übertragen.

Sollte im „Offline Modus“ eine nicht versicherte Patientin/ein nicht versicherter Patient behandelt worden sein, übernimmt die Sozialversicherung eine Abrechnungsgarantie.

Ausdruck von Rezepten und Formularen

Für die Patientinnen/Patienten müssen Ausdrucke, insbesondere Rezepte, Formulare, Rechnungen und Bestätigungen, erstellt werden. Die meisten Drucksorten werden auf weißem DIN-A4-Papier gedruckt, Spezialformulare sind bis auf Rezeptformulare selten.

Die Drucker benötigen einen Einzug oder eine Lade, um mit den Formaten der Spezialformulare umgehen zu können. Dadurch wird die Auswahl der geeigneten Drucker stark eingeschränkt.

Die Formulare werden am Bildschirm in geeigneten Masken erstellt, die bereits eingegebenen Daten (Diagnosen, Medikamente etc.) eingetragen und weitere Daten (Ärztinnen/Ärzte, Heilbehelfe etc.) aus internen Katalogen hinzugefügt.

Die gedruckten Formulare werden in der Arztsoftware gespeichert und können – neben der damit erfolgten Dokumentation - als Wiedervorlage für zukünftige Formulare dienen.

Import/Export von Befunden über ein Befundübertragungssystem

Die Befunde von Patientinnen/Patienten, die an andere Ärztinnen/Ärzte/Ambulanzen/Krankenhäuser überwiesen wurden oder die dort einen Befund „für die Hausärztin/den Hausarzt“ angefordert haben, werden seit Mitte der 1990er-Jahre über eine „gerichtete Befundübertragung“ in die Ordination angeliefert.

Dafür ist die Anwesenheit der Patientin/des Patienten in der Ordination nicht erforderlich!

Mittels geeigneter Importmechanismen werden die Befunde in die Patientenkartei geladen und in der Befundablage abgelegt. Laborbefunde können direkt in die Labortabellen importiert werden.

Anbindung der ELGA e-Medikation

Der Dienst „e-Medikation“ der ELGA liefert Informationen über Verordnungen und Abgaben von Medikamenten des letzten Jahres. Nachdem die e-card der Patientin/des Patienten gesteckt wurde, können seine Daten abgerufen werden.

In der Medikamentenübersicht werden diese Informationen aufgezeigt, es ist ersichtlich welche Informationen aus der e-Medikation stammen oder ob es sich um „selbst verschriebene“ Medikamente handelt.

Es ist möglich, Medikamente aus der e-Medikation neu zu verordnen, auch der Umgang mit Dauermedikamenten ist geregelt.

Informationen über die Medikamentenbeschaffung nach der Verordnung können abgerufen werden. Daraus ist ersichtlich, ob die Patientin/der Patient die verschriebenen Medikamente tatsächlich abgeholt hat und ob die Apotheke das Medikament ausgetauscht hat.

Zwischen Frühjahr 2018 und Herbst 2019 erfolgt die schrittweise Ausrollung der e-Medikation nach Bezirken. Damit einher geht die Pflicht zur Speicherung von Medikationsdaten in ELGA, von der auch Ärztinnen/Ärzte der Allgemeinmedizin sowie Fachärzte/Fachärztinnen für Kinder- und Jugendheilkunde umfasst sind.

Anbindung von ELGA e-Befund

Der Dienst „e-Befund“ der ELGA liefert Befunddokumente über Patientinnen/Patienten. Diese wurden in einem strukturierten Format (CDA) abgelegt und können von berechtigten Ärztinnen/Ärzten abgerufen werden.

Zum Start von e-Befund sind

  • Krankenhausentlassungsbriefe ärztlich
  • Krankenhausentlassungsbriefe pflegerisch
  • Laborbefunde
  • Radiologiebefunde

verfügbar, wobei die Speicherpflicht von e-Befunden derzeit nur Krankenanstalten betrifft: Diese sind verpflichtet, Entlassungsbriefe zu speichern. Es werden jedoch auch andere Befunde von Krankenanstalten gespeichert. Labore und Radiologische Institute sind noch nicht zur Speicherung von Befunden in ELGA verpflichtet.

Die Dokumente können eingesehen, importiert und bei der Patientin/beim Patienten in der Befundablage abgelegt werden.

Eine Weiterverarbeitung von Einzelelementen ist – eine entsprechende Sorgfalt bei Strukturierung und Codierung beim Ersteller vorausgesetzt – möglich, so können beispielsweise Entlassungsmedikamente oder -diagnosen bzw. Laborwerte geeignet übernommen werden.

Meldepflichtige Krankheiten

Das Epidemiologische Meldesystem (EMS) des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK) dient dazu, meldepflichtige Krankheiten zu melden, wie auch zur Überwachung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten in Österreich. Laut §§ 3 und 5 Epidemiegesetz sind Ärztinnen/Ärzte, Labore, Pflegepersonal etc. zur unverzüglichen Meldung verpflichtet.

Nähere Informationen sind unter https://www.sozialministerium.at/site/Gesundheit/Gesundheitsgefahren_und_Impfen/Krankheiten/Uebertragbare_Krankheiten/ verfügbar.

Ärztinnen/Ärzte haben die Möglichkeit, meldepflichtige übertragbare Krankheiten an die zuständige Behörde

  • elektronisch mittels EMS,
  • postalisch oder
  • per Fax

zu übermitteln.

Nähere Informationen sind unter: https://bmg.cms.apa.at//cms/home/attachments/2/9/9/CH1646/CMS1491916792014/meldemoeglichkeitenaerzte.pdf verfügbar.


[1] Quelle: Muster eines Versorgungskonzeptes für eine Primärversorgungseinheit (PVE) – DI Michael Nöhammer

[2] Quelle : Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Switch_(Netzwerktechnik)

[3] Quelle : Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Router