Handbuch für Primär-Versorgungs-Einheiten

Eine PVE ist eine als Einheit auftretende Erstanlaufstelle im Gesundheitsversorgungssystem. Sie stellt Angebote für eine umfassende Behandlung von akuten und chronischen Erkrankungen sowie zur Förderung von Gesundheit und zur Prävention von Krankheiten zur Verfügung und koordiniert die für eine gesamtheitliche und kontinuierliche Versorgung erforderlichen Maßnahmen.

Eine PVE zeichnet sich insbesondere durch folgende Eigenschaften bzw. Leistungen aus:

  • Multiprofessionalität und Interdisziplinarität des Primärversorgungsteams
  • Kernteam von Ärztinnen/Ärzten für Allgemeinmedizin, Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege und Ordinationsassistenz sowie ggf. Fachärztin/Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde
  • Besteht entsprechend den regionalen Erfordernissen aus einem erweiterten multiprofessionellen Team aus Gesundheits- und Sozialberufen;
  • Verbindliche und strukturierte Zusammenarbeit des Primärversorgungsteams aufgrund eines vorab festgelegten Versorgungskonzepts
  • Kann als Zentrum an einem Standort (PVZ) oder als Netzwerk an mehreren Standorten (PVN) eingerichtet sein
  • Ist mit eigener Rechtspersönlichkeit ausgestattet
  • Muss im Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG) abgebildet sein
  • Verfügt über einen auf dem Sachleistungsprinzip beruhenden Primärversorgungsvertrag
  • Die Betreuung und Behandlung der Patientinnen/Patienten erfolgt im öffentlichen Interesse (Versorgungsauftrag)
  • Einheitlicher Außenauftritt gegenüber der Bevölkerung im Einzugsgebiet