Handbuch für Primär-Versorgungs-Einheiten

Die Aufgabe der Personaleinsatzplanung ist die Besetzung eines Arbeitsplatzes mit einem bestimmten Anforderungsprofil durch eine Mitarbeiterin/einen Mitarbeiter, dessen Fähigkeitsprofil diesen Anforderungen entspricht. Die Kernfrage in der Personaleinsatzplanung ist somit: Welche Berufsgruppe (ggf. mit welcher Qualifikation/Kompetenz) brauche ich an welchem Tag zu welcher Uhrzeit in welcher Anzahl? Damit werden die personelle Abdeckung während den Öffnungszeiten und die kontinuierliche Versorgung im Sinne des Patientenmanagements sichergestellt. Grundsätzlich hat sich die Personaleinsatzplanung an den Leistungsfällen und an einem auslastungsgerechten Arbeitseinsatz zu orientieren. Nicht produktive Leerzeiten sind in der Personaleinsatzplanung generell zu vermeiden.

Bei der operativen Gestaltung von Dienstplänen sind darüber hinaus arbeits- und sozialrechtliche sowie berufsrechtliche Bestimmungen zu berücksichtigen. Dazu zählen insbesondere:

  • Arbeitszeitgesetz
  • Arbeitsruhegesetz
  • Urlaubsgesetz
  • Arbeitnehmerschutzgesetz
  • Arbeitskräfteüberlassungsgesetz
  • Ärztegesetz
  • Gesundheits- und Krankenpflegegesetz
  • Medizinische Assistenzberufe Gesetz

Die Erstellung der Dienstpläne soll für einen Monat im Voraus multiprofessionell erfolgen. Es empfiehlt sich, den Personaleinsatz durch eine Person zentral planen zu lassen. Zeitliche Interessen der Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter sind nach Maßgabe des Betriebes in der Planung zu berücksichtigen (z.B. durch das Auflegen eines Freiwunsch-Heftes).

Für die Diensteinteilung empfiehlt sich, je Berufsgruppe/Qualifikation standardisierte Dienstformen zu definieren, beispielsweise

A1 = Arzt lang

von 07:00 bis 12:00 Uhr und von 13:00 bis 18 Uhr

P2 = DGKP spät

von 13.00 bis 20:00 Uhr

O3 = Ordinationsassistenz früh

von 07:00 bis 13:00 Uhr.

Die Dienstplanung kann handschriftlich oder empfohlenerweise mit Unterstützung passender Software erfolgen. Diese soll jedenfalls über eine Schnittstelle zu den Personalstammdaten und in weiterer Folge zur Personalverrechnung verfügen. Für die Anbieterauswahl sind vorab die Anforderungen an das Programm zu spezifizieren, wie Anzahl und Ausgestaltung der Dienstformen, arbeitszeitrechtliche Aspekte, Mindestbesetzungen, abrechnungsrelevante Anforderungen etc.