Handbuch für Primär-Versorgungs-Einheiten

Mit der Personalbedarfsplanung wird eruiert, wie viele Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter mit welcher Qualifikation zu welcher Zeit und an welchem Ort benötigt werden, um das Leistungsspektrum bewältigen zu können.

Der Personalbedarf wird primär vom entwickelten Versorgungskonzept bestimmt. Grundlage dafür ist der identifizierte regionale Bedarf, z.B. ob im Einzugsgebiet ein überdurchschnittlicher Anteil an Kindern gegeben ist, ob ein Alten- und Pflegeheim in der Nähe ist, ob ein hoher Anteil an sozial schwächeren Personen dort lebt und ob u.U. ein spezifisches Angebot (z.B. Ergotherapie für Schlaganfall-Patienten) benötigt wird. Es muss somit feststehen, welche Aufgaben zu erledigen sind und welche qualitativen und quantitativen Voraussetzungen für die Erfüllung dieser Aufgaben erforderlich sind.Bei der Personalbedarfsplanung wird unterschieden zwischen:

  • qualitativer Personalbedarfsermittlung (legt ein Qualifikationsprofil für Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter zur Deckung des Kompetenzbedarfs fest) und
  • quantitativer Personalbedarfsermittlung (legt ein Mengengerüst an Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern zur Deckung des kurz-, mittel- und langfristigen Kapazitätsbedarfs fest).

Bei der qualitativen Personalbedarfsermittlung steht die Definition der Arbeitsaufgabe im Vordergrund. Durch die Bestimmung von Art und Umfang der Tätigkeiten ergeben sich die fachlichen, körperlichen und geistigen Anforderungen an das Personal, die in den jeweiligen Anforderungsprofilen und Stellenbeschreibungen festgehalten werden.

Bei der quantitativen Personalbedarfsermittlung wird bestimmt, wie viele Personen für die Erfüllung eines geplanten Leistungsspektrums in einem definierten Zeitraum benötigt werden und ob über das Kernteam hinaus weitere Berufsgruppen im Primärversorgungsteam angestellt werden.

Exkurs: Bei der Rechtsform der Gruppenpraxen-GmbH oder -OG gilt es zu beachten, dass eine Anstellung von Angehörigen anderer Gesundheitsberufe nur in einem begrenzten Ausmaß zulässig ist. Die Grenze der Zulässigkeit soll dort liegen, wo die Regelung in einer Anstaltsordnung erforderlich wird. Nach den Bestimmungen des ÄrzteG wird bei einem Übersteigen des Verhältnisses zwischen den Gesellschaftern und den Angehörigen anderer Gesundheitsberufe (VZÄ) – ausgenommen Ordinationsassistenz – von 1:5 oder bei einem Übersteigen von 30 angestellten (VZÄ) Angehörigen anderer Gesundheitsberufe das Vorliegen eines selbstständigen Ambulatoriums vermutet.