Handbuch für Primär-Versorgungs-Einheiten

Einleitung

Ein wesentliches Element von Primärversorgungseinheiten (PVE) ist die enge Zusammenarbeit aller beteiligten Berufsgruppen, also Ärztinnen/Ärzte für Allgemeinmedizin (optional auch Kinder- und Jugendheilkunde) mit Angehörigen weiterer Gesundheits- und Sozialberufe. Diese Zusammenarbeit zur optimalen Behandlung und Betreuung der Patientinnen/Patienten im Einzugsgebiet erfolgt strukturiert und koordiniert und ist im Versorgungskonzept der jeweiligen PVE beschrieben.

Primärversorgungsteams stehen darüber hinaus in häufigem und strukturiert gestaltetem Kontakt mit Institutionen und weiteren Partnerinnen/Partnern, wie Ärztinnen/Ärzten anderer Fachrichtungen, mobilen Pflegediensten, sozialmedizinischen und psychosozialen Diensten, Apotheken etc. Damit nehmen sie eine Lotsenfunktion für die von ihnen betreuten Patientinnen/Patienten wahr und optimieren den patientenbezogenen Versorgungsprozess.

Der Primärversorgungsvertrag enthält verbindliche Anforderungen an das zu erbringende Leistungsspektrum sowie an die Organisation der PVE. Mit Abschluss des Primärversorgungsvertrages erhält die PVE einen im öffentlichen Interesse gelegenen Versorgungsauftrag zur strukturierten Betreuung und Behandlung der Patientinnen/Patienten im Einzugsgebiet. Dieser Versorgungsauftrag wird im Versorgungskonzept präzisiert.

Da PVE eine neue Struktur in Österreich darstellen und noch keine Langzeiterfahrungen vorliegen, werden Erkenntnisse aus der Gründung und dem Betrieb neuer PVE im Handbuch in Folgeauflagen berücksichtigt und somit insbesondere auch organisatorische Konzepte laufend weiterentwickelt werden.