Handbuch für Primär-Versorgungs-Einheiten

IT-Arbeitsplätze sollten über eine vernünftige Positionierung gegenüber natürlichen und künstlichen Lichtquellen verfügen. Ein Abstand von zumindest einem Meter zu Behandlungsplätzen ist erforderlich, sofern nicht der IT-Arbeitsplatz direkt mit dem Behandlungsgerät verbunden ist. Bei der Beschaffung von Arbeitsplatz-PCs sollte man auf geringe Geräuschentwicklung achten und, dass Peripheriegeräte wie Tastaturen und Mäuse leicht zu reinigen sind.

Drucken und Scannen

Drucker sollten über eine ausreichende Dimensionierung und Leistungsfähigkeit verfügen. Außerdem ist in vielen Bereichen die Notwendigkeit unterschiedliche Formate zu drucken wichtig (Rezepte).

Scanner dienen oft als elektronischer Eingang für beigebrachte Befunde. Daher sollten sie:

  • schnell sein (hoher Durchsatz)
  • doppelseitig scannen (Reduktion von Fehlern)
  • ein eingebautes OCR-System haben oder im Treiber OCR beherrschen (automatische Texterkennung)
  • Einfache Flachbett-Heimscanner sind im Allgemeinen nicht geeignet für einen Praxisbetrieb

Termin-, E-Mail- und Aufgabenmanagement

Es sollte ein für das gesamte PVE-Team zugängliches Termin-, E-Mail- und Aufgabenmanagement (PIM: Personal Information Manager) etabliert werden. Dabei ist – abgesehen von leichter Bedienbarkeit und hoher Verfügbarkeit – noch von folgenden zusätzlichen Gegebenheiten auszugehen:

  • Erhöhte Sicherheitsanforderungen, da mit gegebener Wahrscheinlichkeit auch sensible Daten[1] von Patientinnen/Patienten sowohl in E-Mails als auch in Kalender- oder Aufgaben-Einträgen auftauchen können.
  • Idealerweise Anbindung an das medizinische PVE-System zumindest aber Einbindung von Kalenderdaten aus dem PVE System wie z.B. Ordinationszeiten, Dienstzeiten oder Termine mit Patientinnen/Patienten.

Internet-Anbindung

Die Internet-Anbindung sollte für eine PVE im Businessbereich und redundant erfolgen. Redundant bedeutet, dass zwei parallele Internetverbindungen bestehen und bei Leitungsausfall der einen Verbindung automatisch die zweite Verbindung aktiv wird und die PVE damit weiterhin eine Netzverbindung nutzen kann. Konkret könnte man beispielsweise parallel eine Kabelleitung und eine Mobilfunklösung (LTE) nutzen („Hybrid“). Eine weitere Möglichkeit, die Ausfallsicherheit zu erhöhen wäre es, zwei unterschiedliche Internetprovider zu nutzen. Dies ist keinesfalls zwingend notwendig und hängt auch von den Verfügbarkeitsanforderungen an die Internet-Verbindung ab.

Die Verbindung zum e-Card-System sollte nicht oder nur als Ausfallslösung für den normalen Internetverkehr verwendet werden. Sollte man seinen Patientinnen/Patienten in den Räumen der PVE (z.B. im Wartebereich) ein „Gästeinternet“ (WLAN) anbieten wollen, so sollte dieses sowohl aus Sicherheitsgründen strikt von der internen LAN- oder WLAN-Infrastruktur getrennt sein. Die Internet-Anbindung sollte auf jeden Fall mit einer dedizierten Firewall vom Internet abgeschottet sein. Das entbindet aber nicht von der Absicherung sämtlicher Geräte innerhalb des internen Netzes (gilt auch für Netzwerkdrucker und Scanner).

Weitere Details zum Thema Netzwerk finden Sie auch in den vertiefenden Informationen.


[1] DSVGO (35) Personenbezogene Gesundheitsdaten
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32016R0679&from=de