Handbuch für Primär-Versorgungs-Einheiten

Zusätzlich zur Ordinationssoftware, die den reibungslosen Betrieb der PVE unterstützt, sind noch einige weitere Anbindungen an externe Systeme zu implementieren:

  • e-Card
  • ELGA
  • ELDA[1](Elektronischer Datenaustausch mit Sozialversicherungsträgern)
  • Gerichtete Befundkommunikation wie z.B. medical.net oder DaMe
  • Unter Umständen elektronische Abrechnung mit Partnern/Anbietern außerhalb der PVE
    • Versicherungen
    • Service-Dienstleister
    • Lieferanten

Abwicklung von Meldepflichten

Es gibt Meldepflichten für unterschiedliche Fälle:

  • Anzeige übertragbarer Krankheiten: PVE können die Meldung elektronisch über das e-card-Netz (Epidemiologisches Meldesystem EMS) durchführen.

  • Statistische Daten (österreichische Sozialversicherung/HVB) – Übermittlung via Dokumentationsblattannahme-Service (DBAS)

Weitere Information bezüglich Meldewesen finden Sie auch in den vertiefenden Informationen.

Anbindung von Medizingeräten

Medizingeräte lassen sich direkt an ein Ordinationssystem anbinden. Der Vorteil ist die direkte und damit auch fehlerfreie Übernahme von Messergebnissen oder Bildern/Videos in den Patientenakt.

Anschließend kann entschieden werden, welche dieser Daten in einen Befund eingearbeitet werden, welche nur im Dekurs zur Patientin/zum Patienten verbleiben bzw. als redundant oder fehlerhaft gelöscht werden.

Für die Anbindung von Medizingeräten kann man grob 3 Kategorien unterscheiden:

  • Einfache Geräte: Hier erfolgt eine Übertragung der Werte entweder über USB, Bluetooth oder WLAN. Die Anbindungen sind nicht standardisiert. Es muss die Geräte-/Softwarekombination unterstützt werden. Oft ist auch eine Wertübernahme mit „Copy & Paste“ möglich. Beispiele hierfür wären:
    • Blutdruck
    • Herzfrequenz
    • Körpergewicht
    • Körpertemperatur 
  • Mittlere Komplexität: In der mittleren Komplexitätsebene werden Wertereihen oder Bilder übertragen. Bei einigen Anbindungen dieser Art ist es optional möglich, die Patientendaten in den Datensatz vor der Übertragung zu übernehmen (üblich bei Ultraschallgeräten oder Spezialkameras für die Wunddokumentation). Das kann sinnvoll sein, wenn es keinen direkten Ablauf der Übernahme dieser Daten in den Patientenakt gibt. Die Verwechslungsgefahr bei späterer Übertragung in den Patientenakt wird damit stark reduziert. Allerdings müssen Daten am Untersuchungsgerät erfasst werden oder aus Fremdsystemen importiert werden.
    • Bildtransfer (Ultraschall)
    • Scans (EKG)
    • Fotos für z.B. Wunddokumentation
  • Komplexe Anbindungen: Komplexe Anwendungen arbeiten mit standardisierten Protokollen (IHE, DICOM, HL7), um einen reibungslosen Datenaustausch zwischen unterschiedlichen Geräten zu gewährleisten. Hier findet typischerweise eine bidirektionale Kommunikation mit dem Verwaltungssystem statt: Daten vom Ordinationssystem werden an das Untersuchungsgerät gesendet (Patientin/Patient, Art der Untersuchung) à Untersuchung findet statt à Metadaten werden in die Untersuchungsergebnisse kopiert à Ergebnis mit Metadaten gehen zurück zum auslösenden System. Beispiele hierfür wären:
    • Bildgebende Verfahren (Radiologie)
    • Komplexe Messverfahren z.B. im Bereich der Ophthalmologie

Anbindung an das e-Card-System

Das e-Card-System stellt in Österreich eine zentrale Infrastruktur für unterschiedliche Services zur Verfügung:

  • Authentifizierung & Autorisierung des GDA (das inkludiert auch die Berechtigungen, um als GDA im zentralen ELGA-System zu arbeiten); Identifikation der Patientin/des Patienten
  • Sicherstellung der Verrechnungsfähigkeit gegenüber dem SV-Träger
  • Selektion des SV-Trägers
  • Weitere höherwertige Dienste wie z.B. ABS (Arzneimittelbewilligungsservice) oder die elektronische Arbeitsunfähigkeitsmeldung (eAUM).

Weitere Informationen über das e-card-Systems finden Sie in den vertiefenden Informationen.

Anbindung an ELGA

Die Anbindung an ELGA erfolgt prinzipiell immer in zwei Richtungen:

  • GDA können/sollen Daten aus ELGA beziehen:
    • Krankenhausentlassungsbriefe ärztlich
    • Krankenhausentlassungsbriefe pflegerisch
    • Laborbefunde
    • Radiologiebefunde
    • Andere relevante Befunde und Informationen
  • GDA sollen/können Daten an ELGA senden und dort speichern:
    • e-Befunde wahlweise
    • Labor- und radiologische Befunde wahlweise
    • e-Medikation soweit schon im Geltungsbereich ausgerollt

Prinzipiell können Befunde und Daten aus ELGA in den lokalen Patientenakt übernommen werden, sofern sie von Relevanz sind. Diese werden dann wie durch die Patientin/den Patienten beigebrachte externe Befunde behandelt und sind als Kopie im Patientenakt verfügbar. Die korrekte Indizierung und Deklaration eines Befundes (Art, Fachgebiet) ist sowohl bei der Ablage im Patientenakt als auch bei der Übertragung in Richtung ELGA wichtig, da dies die Suche und den Überblick im Akt stark erleichtert bzw. überhaupt erst möglich macht. Der Aufbau einer Aktenstruktur erfolgt im Allgemeinen gemeinsam mit dem Anbieter der Software für die PVE.

Personalplanung & Verrechnung

Details zum Thema Personalplanung finden Sie im Kapitel Organisations-Aspekte/Personalmanagement. Hier geht es darum, das Personalwesen in elektronischer Ausprägung an die PVE-IT-Lösung anzubinden. Die Personalplanung und -verrechnung innerhalb einer PVE unterscheidet sich nicht stark von der eines klassischen mittleren Betriebs.

Es ist allerdings zusätzlich zu beachten:

  • Operative Personaleinsatzplanung
  • Personalstammdatenverwaltung (Berechtigungen im med. Bereich, Dosimeter, …)
  • Beruflich erforderliche und nachzuweisende Fortbildung
  • Spezielle Ausbildungen und damit einhergehende Befugnisse
  • Berufsspezifische Berechtigungen

[1]https://www.elda.at/