Wirtschaftliche Aspekte

Der wirtschaftliche Teil im Handbuch unterstützt Sie informativ in betriebswirtschaftlichen und steuerlichen Aspekten rund um die Gründung und den Betrieb einer Primärversorgungseinheit. Sie finden Erläuterungen zu den notwendigen Bestandteilen eines idealtypischen Business- und Finanzplans sowie einen Überblick über die steuerlichen Grundlagen und Besonderheiten der möglichen PVE-Rechtsformen.

Welche Gründungskosten können bei der Errichtung einer Primärversorgungseinheit anfallen?

Zu den Gründungskosten einer PVE zählen vor allem die Investitionskosten für eine Liegenschaft und ein Gebäude sowie die Kosten für Einrichtung und Ausstattung. Darüber hinaus sind mit Rechtsberatungs- und Steuerberatungskosten sowie einer erforderlichen Eigenkapitalausstattung abhängig von der Rechtsform zu rechnen. Ebenfalls zu den Gründungskosten hinzuzuzählen ist die Vorfinanzierung der laufenden Kosten der ersten 3–4 Monate des Betriebs.

Welche Honorierungsmöglichkeiten bestehen für eine Primärversorgungseinheit?

Der Hauptbestandteil der Einnahmen einer PVE ergibt sich aus den Kassenhonoraren der Ärztinnen/Ärzte. Zusätzlich zu der Abrechnung der Kassenhonorare bestehen unterschiedliche Möglichkeiten der Verrechnung von weiteren Grundpauschalen. Die genauen Honorierungsmöglichkeiten werden im Gesamtvertrag für PVE festgehalten werden.

Mit welchen laufenden Kosten ist im Betrieb zu rechnen?

Im Betrieb einer PVE ist insbesondere mit laufenden Kosten für folgende Positionen zu rechnen:

Wie setzt sich das Einkommen einer Ärztin/eines Arztes in einer PVE zusammen?

Das Einkommen einer Ärztin/eines Arztes einer PVE ist abhängig von der gewählten Rechtsform und setzt sich im Rahmen einer Gesellschaft aus einer monatlichen Entlohnung der Arbeitsleistung („Arbeitsvergütung“) und einer jährlichen Ausschüttung des Gesellschaftsgewinnes zusammen.

Welche Finanzierungsmöglichkeiten und Fördermöglichkeiten gibt es im Gründungsprozess einer Primärversorgungseinheit?

Auf Ebene der Länder und Sozialversicherungen besteht die Möglichkeit einer sogenannten Anschubfinanzierung. Darüber hinaus gibt es einzelne Fördermöglichkeiten sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene. Neben diesen potenziellen Zuschüssen besteht die Möglichkeit der Aufnahme eines Darlehens, meist ein Bankkredit (z.B. EIB-Kredite [1]), oder die Finanzierung durch Gesellschafterdarlehen. Sie finden im Handbuch detailliertere Informationen zu dieser Fragestellung.

Welche steuerlichen Aspekte ergeben sich aufgrund der gewählten Rechtsform?

Die GmbH ist als Gesellschaft steuerpflichtig. Die Gewinne werden mit 25 % Körperschaftsteuer besteuert, zudem werden die Mindestkörperschaftsteuer sowie Umsatzsteuer von der Gesellschaft abgeführt. Auf Ebene der Gesellschaft erfolgt die Gewinnermittlung im Rahmen der Bilanzierung. Ein Jahresabschluss ist zu erstellen. Bei einer OG sind die einzelnen Gesellschafter mit ihrem Gewinnanteil und etwaigen weiteren Einkünften einkommensteuerpflichtig, die Umsatzsteuer wird von der Gesellschaft abgeführt. Die Gewinnermittlung darf bei der OG mittels Einnahmen-Ausgabenrechnung erfolgen.

Für den Verein und die Genossenschaft als Trägerorganisation eines PV-Netzwerks beträgt der Körperschaftsteuersatz 25 %, es gibt keine Mindestkörperschaftsteuer und die wesentlichen Betriebsgrundlagen verbleiben bei den Mitgliedern. Eine PVE-Genossenschaft ist im Vergleich zu einem PVE-Verein prüfungspflichtig und unterliegt strengeren Rechnungslegungsvorschriften sowie Rechnungslegungsgrenzen. Umsatzabhängig kann eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung erfolgen oder muss ein Jahresabschluss erstellt werden.

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[1]Die Europäische Investitionsbank (EIB) bietet in Kooperation mit zwei österreichischen Banken eine langfristige Finanzierung an. Siehe Kapitel „Spezifische Kreditangebote für Primärversorgungseinheiten. Siehe Kapitel „Spezifische Kreditangebote für Primärversorgungseinheiten“. Siehe Kapitel „Spezifische Kreditangebote für Primärversorgungseinheiten“.