Handbuch für Primär-Versorgungs-Einheiten

Das Kapitel „Raum- und Funktionsprogramm“ unterstützt Sie bei der Auswahl eines geeigneten Standortes für Ihre PVE und bei der Ermittlung des Flächen- und Raumbedarfs. Sie finden im Handbuch auch eine grobe Abschätzung zu den zu erwartenden Investitionskosten.

Wie wähle ich den passenden Standort für meine Primär-Versorgungs-Einheit?

Für die Wahl eines geeigneten Standorts sind in erster Linie die Planungsvorgaben im RSG bzw. die Konkretisierung im Stellenplan von Bedeutung. Das genaue Auswahlverfahren ist in § 14 PrimVG beschrieben.

Wo erbringe ich meine Leistung?

Die konkrete Standortbestimmung erfordert die Entscheidung, ob die PVE neu gebaut wird oder ob bereits bestehende Räumlichkeiten genutzt bzw. umgebaut werden sollen.

Auch hierzu können die im Handbuch angeführten Kriterien heranzogen werden und anschließend geeignete Standorte besichtigt und bewertet werden.

Wie plane ich die Größe meiner PVE und welche Kosten resultieren daraus?

Die Größe der PVE – also der Flächenbedarf bzw. die Anzahl und Ausstattung der Räume – ist davon abhängig, welches Leistungsspektrum geplant bzw. im Versorgungskonzept festgelegt wurde. Daraus abgeleitet werden PVE in zwei Typen eingeteilt:

  • Typ 1 geht von einem Versorgungsgebiet von über 15.000 Einwohnerinnen/Einwohnern aus
  • Typ 2 von einer ländlichen Region mit geringerem Einzugsgebiet und reduzierterem Leistungsangebot.

Das Handbuch stellt Ihnen ein Modell zur Verfügung, wo Sie Raumanzahl und Raumgrößen je Typ individuell eingeben können. Damit können Sie den Bedarf an Räumen und Raumgrößen in Varianten simulieren und die anfallenden Investitionskosten besser abschätzen. Sie finden im Handbuch auch Kostenrichtwerte für den Neubau einer PVE und für den Umbau bestehender Räumlichkeiten, abhängig vom Umfang und Aufwand der Bautätigkeiten.

Was ist bei der Planung zu berücksichtigen?

Grundsätzlich sollte bei der Planung von PVE die Möglichkeit der gemeinsamen Nutzung von Räumen in Betracht gezogen werden, da die unterschiedlichen multiprofessionell genutzten (Therapie-)Räume in der Regel nicht durchgehend gleichzeitig genutzt werden.

Bei der Anordnung von Räumlichkeiten ist auf gewisse Abhängigkeiten zu achten. Beispielsweise sorgen funktionale Verbindungen zwischen einzelnen Räumen für kurze Wege und mehrere dezentrale Wartebereiche für ein ruhigeres Arbeitsumfeld und angenehmeres Ambiente. Auch eine Unterteilung in Ruhezonen für Therapiebereiche und sogenannte Verkehrszonen sowie die Sicherstellung der Wahrung von Intimsphäre und Datenschutz insbesondere bei der Rezeption und Anmeldung sorgen bereits auf Ebene der Planung für einen optimalen Ablauf im Betrieb.

Die Ausstattung einer PVE, insbesondere im Bereich Medizintechnik, hängt vom jeweiligen Leistungsangebot ab und ist daher individuell zu planen.

  Hier geht es zum Hauptteil Standortwahl und Raumbedarf