Mehr Gesundheit durch eine gestärkte Primärversorgung

"Primärversorgung" ist die erste Anlaufstelle für Menschen mit gesundheitlichen Problemen. Sie findet heute bereits tagtäglich in den Ordinationen der Hausärztinnen und Hausärzte sowie in Spitälern statt. Doch unser Gesundheitssystem ist im Wandel. Unsere Bedürfnisse ändern sich.

Teamwork

Die Gesundheitsversorgung durch die Zusammenarbeit im Team ermöglicht eine klare Aufteilung der Arbeiten und führt zu einem Wegfall an unnötiger Bürokratie. Dadurch kann sich jedes Teammitglied auf seine Kernkompetenzen konzentrieren und es bleibt mehr Zeit für die Versorgung der Patientinnen und Patienten.

Multiprofessionelle Kooperation bedarf regelmäßiger Teambesprechungen, die den Austausch mit Kolleginnen aus anderen Gesundheitsbereichen fördern. Insgesamt ermöglicht die Zusammenarbeit als multiprofessionelles Team eine umfassende Versorgung, bei der ein Großteil der  Gesundheits- und Krankheitsprobleme direkt vor Ort erkannt und behandelt werden können.

Mehr Zeit für Patientinnen und Patienten

In Primärversorgungseinheiten stehen Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt: Wohnortnahe Versorgung, längere und flexiblere Öffnungszeiten sowie ein umfassendes Leistungsangebot stellen wesentliche Merkmale jeder Primärversorgungseinheit dar. Aufgrund der multiprofessionellen Zusammenarbeit sowie der interdisziplinären Vernetzung kann eine umfassende Behandlung in der PVE erfolgen.

Sollte eine Weiterleitung außerhalb der PVE notwendig sein, koordiniert das PVE-Team den weiteren Versorgungsprozess. Dadurch gibt es weniger doppelte Wege und Befunde für die Patientinnen und Patienten. 

Darüber hinaus beschränkt sich das Angebot von Primärversorgungseinheiten nicht nur auf die Behandlung von Patientinnen und Patienten, sondern legt auch einen besonderen Fokus auf Gesundheitsförderung und Prävention.

Mehr Zeit für sich

Die neue Primärversorgung bietet neue Möglichkeiten und flexiblere Formen der Berufsausübung. Die strukturierte Zusammenarbeit von Ärztinnen und Ärzten sowie weiteren Gesundheitsberufen erleichtert die Arbeitszeit- und Urlaubsplanung bei gleichzeitiger Sicherstellung der Kontinuität der Behandlung.

Durch geregelte Arbeitszeiten und Teilzeit-Modelle kann insbesondere den Erwartungen der jungen Generation an „Work-Life-Balance“ und an familienfreundliche Arbeitszeiten besser entsprochen werden. 

Unterstützung für Sie

Bei der Gründung einer Primärversorgungseinheit sind wichtige Entscheidungen zu treffen. Der vorliegende Leitfaden unterstützt Sie dabei, indem über die zentralen Themen informiert wird und wesentliche Vorlagen zur freien Verfügung gestellt werden.

Bei Fragen, die zu Ihrem konkreten Vorhaben auftreten, können Sie sich an die Ansprechpartner in Ihrem Bundesland wenden. Für die Finanzierung Ihres Projekts gibt es Möglichkeiten für eine Anschubfinanzierung. 

Das Bundesministerium verhandelt derzeit ein Finanzierungsinstrument mit der Europäischen Investitionsbank, das besonders attraktive Konditionen für die Gründerinnen und Gründer von Primärversorgungseinheiten bieten soll. Diese Möglichkeit soll bis Herbst 2019 zur Verfügung stehen.